Kirche des Heiligen Johannes Aliturgetos
Eine mittelalterliche orthodoxe Kirche des 13.–14. Jahrhunderts in Nessebar — ein Höhepunkt des malerischen Stils mit abwechselnd weißem Stein und rotem Ziegel; konserviert, aber nicht mehr in Betrieb.
Die Kirche „Heiliger Johannes Aliturgetos“, auch unter dem Namen „Heiliger Johannes der Ungeweihte“ bekannt, ist eine mittelalterliche orthodoxe Kirche in der Stadt Nessebar. Das Gebäude ist ein untrennbarer Teil des Architektur- und Geschichtsreservats der Stadt, das in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, sowie eines der 100 nationalen Touristenobjekte Bulgariens.

Historische Entwicklung und Herkunft des Namens
Der Bau der Kirche wird auf das 13.–14. Jahrhundert datiert. Ihren besonderen Namen „Aliturgetos“ (aus dem Griechischen — „ungeweiht“) verdankt die Kirche einer verbreiteten Überlieferung, wonach während der Bauarbeiten einer der Arbeiter ums Leben kam. Nach den strengen Kirchenkanones darf ein Ort, an dem menschliches Blut vergossen wurde, nicht geweiht werden. Trotz dieser Legende gibt es Quellen, die darauf hinweisen, dass in bestimmten Zeiträumen im Gebäude dennoch Gottesdienste gefeiert wurden.

Die Kirche stellte ihre Funktion lange vor Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Schwere Schäden an ihrer Konstruktion wurden während des verheerenden Erdbebens von Tschirpan im Jahr 1913 verursacht.

Architektonische Besonderheiten und künstlerischer Wert
Obwohl sie teilweise zerstört ist, gilt die Kirche „Heiliger Johannes Aliturgetos“ unter Forschern als bemerkenswertes Beispiel und Höhepunkt des Sakralbaus aus der vorrenaissancezeitlichen Periode des mittelalterlichen Bulgariens. Das Gebäude nimmt eine Fläche von 18,5 mal 10,25 Metern ein.

Grundriss: Die Kirche ist eine typische Vertreterin der Kreuzkuppelkirchen. Sie verfügt über einen geräumigen Narthex und einen quadratischen Naos, in dessen Mitte ursprünglich vier tragende Säulen errichtet waren, die eine hohe und schmale Kuppel trugen.
Malerischer Stil der Fassaden: Die äußere Gestaltung markiert den höchsten Entwicklungsgrad des malerischen Baustils in unseren Landen. Durch ein meisterhaftes Abwechseln weißer Steinblöcke und roter Ziegel, ergänzt durch dekorative Keramikschälchen, wurden komplexe geometrische Ornamente erzielt, die vielfarbigen Stickereien ähneln.
Einzigartigkeit der Details: Jede der Fassaden hat eine eigene und völlig unterschiedliche Ausarbeitung. Am besten erhalten und außerordentlich eindrucksvoll ist die Ostfassade. Sie zeichnet sich durch drei gegliederte Apsiden aus, reich verziert mit eleganten Arkaturen und schlanken Nischen.
Heutiger Zustand
Heute ist „Heiliger Johannes Aliturgetos“ eine konservierte und restaurierte, aber nicht mehr genutzte Kirche. Sie besitzt den Status eines Kulturdenkmals und bleibt eines der bedeutendsten Objekte des kultur- und geschichtsbezogenen Tourismus an der südlichen Schwarzmeerküste.
Diese Kirche bietet einen wertvollen Einblick in byzantinische und mittelalterliche bulgarische Bautraditionen.