Antike und Thraker
Burgas ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird und Sie zu einer unvergesslichen Reise durch die Jahrhunderte einlädt! In der Umgebung der Stadt wurden zahlreiche prähistorische und antike Siedlungen entdeckt, vom Chalkolithikum bis in die späte Bronzezeit. 2008 entdeckten Archäologen des Burgaser Museums in der Flur „Solna Niva“ am Atanasovsko-See einen prähistorischen Hügel mit über 250 Artefakten, einige davon rund 6000 Jahre v. Chr. Diese bemerkenswerten Funde zeugen von entwickelter Landwirtschaft, Viehzucht und Salzgewinnung — dem Haupterwerb der alten Bewohner. Auch Kultgefäße eines Priesterkönigs wurden geborgen; die Artefakte zählen damit zu den ältesten an der Schwarzmeerküste, einschließlich der Türkei und des Kaukasus. Dies veranlasste die Direktorin des Regionalmuseums, Tsonya Drazheva, die Region Burgas als „Kreuzweg der ältesten Zivilisationen“ zu bezeichnen.
Zu den frühesten Bewohnern der Region gehörten die Thraker, die um das 6. Jh. v. Chr. zahlreiche Siedlungen auf dem heutigen Gebiet von Burgas und in den nahen Städten Apollonia, Mesambria und Anchialos gründeten. Im heutigen Viertel Pobeda, in „Sladki Kladentsi“, bestand eine thrakische Siedlung — vermutlich ein Emporion (Markt) von Apollonia, mit Hafen und Wasserleitung. Auf dem Hügel Shiloto im Viertel Meden Rudnik lag eine thrakische Festung, die die nahen Kupferbergwerke der thrakischen Fürsten bei Varli Bryag schützte. Nach dem Einfall Philipps II. von Makedonien wurde an dieser Stelle das Heiligtum des Apollon Karneios (des Reinen Apollon) errichtet, Teil einer Kette von Heiligtümern dieses Gottes.
Obwohl einige antike Siedlungen wegen späterer Bautätigkeit nicht erhalten sind, geben Häfen, Marktanlagen und archäologische Funde den Historikern Anlass, den Hafen der thrakischen Könige auf dem Gebiet von Burgas zu verorten. Archäologische Untersuchungen der Mineralbäder Aquae Calidae bestätigen ebenfalls die Existenz thrakischer Siedlungen und des berühmten „Heiligtums der drei Nymphen“. Diese Stätten bieten Besuchern eine einzigartige Gelegenheit, die antike Geschichte der Region zu berühren.
Burgas gilt als Nachfolger der antiken Städte Deultum, Aquae Calidae und des mittelalterlichen Pyrgos und nach manchen Autoren auch von Skafida und Rusokastro. Deultum entstand am Westufer des Mandra-Sees an der Mündung der Sredetska und sein Name bedeutet „zwischen zwei Sümpfen“. Trotz des Einflusses der großen Nachbarstädte Apollonia und Mesambria bewahrte die Region Burgas über die Jahrhunderte ihre Bedeutung und wurde zu einem kulturellen und historischen Zentrum.