Griechisches Apollonia (610 v. Chr. – 1. Jh. v. Chr.)
Die Stadt wurde 610 v. Chr. von ionischen Kolonisten aus Milet auf dem Gelände einer alten thrakischen Festung gegründet. Sie entwickelte sich rasch zu einer der reichsten griechischen Poleis am westlichen Schwarzen Meer — prägte eigene Münzen mit dem Bild des Apollon (Namensgeber) und errichtete eine kolossale Apollon-Statue, später als Trophäe nach Rom geschafft.
Römisches Sozopolis (1. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.)
72 v. Chr. eroberte der römische Feldherr Marcus Lucullus Apollonia und brachte die kolossale Apollo-Statue aus dem Heiligtum nach Rom. Thrakien wurde erst 46 n. Chr. unter Kaiser Claudius römische Provinz; Apollonia behielt jedoch Autonomie und Handelsbedeutung. In der Spätantike wurde die Stadt allmählich in Sozopolis („Stadt der Rettung") umbenannt. Aus römischer Zeit sind Mauerabschnitte und Funde im Archäologischen Museum erhalten.
Byzanz & mittelalterliches Bulgarien (5.–14. Jh.)
Die Stadt wurde zu einem bedeutenden christlichen Zentrum und Bischofssitz. Im 9. Jh. gliederte Khan Krum sie dem Ersten Bulgarischen Reich an; später wechselte sie mehrfach zwischen Byzanz und Bulgarien. Aus dieser Zeit stammen frühmittelalterliche Kirchen, das Johannes-dem-Täufer-Kloster auf der Insel Sveti Ivan und Mauerabschnitte.
Osmanische Zeit & Wiedergeburt (1453–1878)
Unter osmanischer Herrschaft behielt Sosopol eine bedeutende christliche Bevölkerung sowie seinen Status als Fischer- und Handelshafen. Im 18.–19. Jh. entstanden die charakteristischen Wiedergeburtshäuser mit Steinfundament und hölzernem Obergeschoss, die heute das Bild der Altstadt prägen. Viele dieser Häuser stehen heute noch und dienen als Museen, Hotels, Galerien und Tavernen.
Befreiung & Reservat (1878 — heute)
Nach der Befreiung 1878 wurde Sosopol zu einer kleinen bulgarischen Fischerstadt. 1974 wurde die Altstadt zum architektonischen und historischen Reservat erklärt. Seit 1984 findet hier jährlich im September das Apollonia-Festival statt. Heute ist Sosopol eines der meistbesuchten Ziele an der bulgarischen Schwarzmeerküste.