Griechisches Emporion Anchialos (5.–1. Jahrhundert v. Chr.)
Die Region war bereits in der Bronzezeit von Thrakern besiedelt, und im 5.–4. Jahrhundert v. Chr. wurde auf der Halbinsel ein griechisches Emporion (Handelsniederlassung) von Apollonia Pontica (heute Sosopol) gegründet, die um 610 v. Chr. von milesischen Siedlern gegründet worden war. Der Name Anchialos (Αγχίαλος) wird meist von αγχί („nahe bei”) und άλς („Salz” oder „Meer”) abgeleitet — also „nahe am Salz/Meer”. Aus dieser Epoche stammen die ältesten Spuren der Salzgewinnung durch Sonnenverdunstung, die in der Region bis heute fast ohne Unterbrechung praktiziert wird.
Römisches Anchialos (1. Jh. v. Chr. – 4. Jh.)
Unter römischer Herrschaft wurde Anchialos ein wichtiger Hafen und Kurort für den römischen Adel dank seiner Mineralquellen. Es prägte eigene Münzen; ein Forum, Tempel und große Bäder wurden errichtet. Apostel Andreas besuchte die Stadt im 1. Jh. und brachte das Christentum.
Byzanz & mittelalterliches Bulgarien (5.–14. Jh.)
Anchialos war ein wichtiger byzantinischer Bischofssitz. 708 besiegte Khan Tervel Kaiser Justinian II. in der Schlacht von Anchialos. Die Stadt wechselte mehrfach zwischen Byzanz und dem Zweiten Bulgarischen Reich. Reste frühbyzantinischer Basiliken und Mauern sind erhalten.
Osmanische Zeit & Wiedergeburt (1453–1878)
Unter osmanischer Herrschaft blieb Anchialos ein bedeutendes christliches und überwiegend griechisches Zentrum. Die Stadt wurde am 27. Januar 1878 befreit, doch im Juli 1906 wurde ein großer Teil bei antigriechischen Unruhen niedergebrannt; Tausende einheimische Griechen wanderten aus und gründeten Nea Anchialos in Thessalien. Aus dieser Zeit stammt das Kloster ‚Hl. Georg‘ (1856) – eines der wenigen ohne Unterbrechung tätigen Klöster an der Schwarzmeerküste.
Modernes Pomorie (1878 — heute)
Nach der Befreiung 1878 lag Anchialos im Gebiet von Ostrumelien; 1885 wurde es Teil des Fürstentums Bulgarien. 1934 wurde die Stadt in Pomorie umbenannt. Die erste Schlammheilanstalt des Landes eröffnete bereits 1902 hier – dank der Forschungen von Dr. Petar Stoyanov zum Lagunenschlamm; im 20. Jh. etablierte sich die Stadt als führender Heilbäderkurort.