Thrakisches Anchialos (5.–1. Jh. v. Chr.)
Die ursprüngliche Siedlung wurde im 5. Jh. v. Chr. von Thrakern gegründet und später ein Handelsemporion der griechischen Kolonie Apollonia Pontica (heute Sozopol). Anchialos (Αγχίαλος) bedeutet „nahe dem Meer“. Aus dieser Zeit stammt das bemerkenswerte thrakische Kuppelgrab — ein Rundkammer-Monument mit dicken Mauern, vermutlich ein Heroön.
Römisches Anchialos (1. Jh. v. Chr. – 4. Jh.)
Unter römischer Herrschaft wurde Anchialos ein wichtiger Hafen und Kurort für den römischen Adel dank seiner Mineralquellen. Es prägte eigene Münzen; ein Forum, Tempel und große Bäder wurden errichtet. Apostel Andreas besuchte die Stadt im 1. Jh. und brachte das Christentum.
Byzanz & mittelalterliches Bulgarien (5.–14. Jh.)
Anchialos war ein wichtiger byzantinischer Bischofssitz. 708 besiegte Khan Tervel Kaiser Justinian II. in der Schlacht von Anchialos. Die Stadt wechselte mehrfach zwischen Byzanz und dem Zweiten Bulgarischen Reich. Reste frühbyzantinischer Basiliken und Mauern sind erhalten.
Osmanische Zeit & Wiedergeburt (1453–1878)
Unter osmanischer Herrschaft blieb Anchialos ein bedeutendes christliches und griechisches Zentrum. 1878 zerstörten Brände während des Russisch-Türkischen Krieges große Teile der Stadt. Aus dieser Zeit stammt das Kloster St. Georg (1856) — eines der wenigen durchgehend aktiven Klöster an der Schwarzmeerküste.
Modernes Pomorie (1878 — heute)
Nach der Befreiung 1878 kam Anchialos zu Ostrumelien und 1885 zum Fürstentum Bulgarien. 1934 wurde die Stadt in Pomorie umbenannt. Im 20. Jh. entwickelte sie sich zum Kurort — das erste Kurzentrum mit Schlamm aus dem Pomorie-See eröffnete in den 1950er Jahren.